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Umwelt und Landwirtschaft - Kompostierungsanlage

Jeder hat sie schon gesehen, die Bilder aus den Entwicklungsländern dieser Welt. Die Bilder von Armut, Hunger und Krankheit. Immer auch zu beobachten: Abfall und Abwasser. Derzeit leben beispielsweise über 1 Million Einwohner in der Hauptstadt Phnom Penh. Mit der zunehmenden Industrialisierung entstehen täglich hunderte Tonnen Abfall, die auf einem großen Arial am Rande der Stadt deponiert werden. Kambodscha besitzt keine Müllverwertungsanlagen, ebenso wenig existiert ein staatlich organisiertes Recyclingsystem. In Armut lebende Familien sammeln täglich verwertbare Stoffe aus dem Müll auf der Deponie heraus und verkaufen diese zu sehr niedrigen Preisen über Zwischenhändler nach Thailand oder Vietnam. Es fehlen staatliche Unterstützung und das Know-how für einen besseren Umgang mit Abfall und Abwasser, glücklicherweise haben sich mehrere ausländische Hilfsorganisationen diesem Problem angenommen.

Möglichkeiten der Abwendung des Abfallproblems

Zur Vermeidung von ungeregelten Abfallablagerungen und der damit verbundenen Trinkwasserverschmutzung ist es dringend notwendig, die Menschen von der Nützlichkeit der Abfallverwertung zu überzeugen. Hierbei steht nicht nur der ökologische Aspekt im Vordergrund, vor allem ist es wichtig, eine wirtschaftliche Perspektive zu zeigen. Nur so kann derzeit bei den kambodschanischen Einwohnern der Anreiz geschaffen werden, die Abfallverwertung als gute Investition anzusehen, die auch ihre Familien ernährt.

Das Projekt

Das Projekt "Pilotkompostierungsanlage Phnom Penh" entstand in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Umweltministerium, der Stadtwerke Erfurt GmbH und der ISA GmbH. Zusammen mit der Hilfe deutscher Studenten von der Bauhaus-Universität Weimar und einem Team von drei Kambodschanern begann der erste Auslandseinsatz im Oktober 2000.


Die Kompostierungsanlage
In nur kurzer Zeit gelang der Aufbau der Kompostierungsanlage. Heute werden auf einigen Obst- und Gemüsemärkten der Stadt pflanzliche Abfälle gesammelt und diese auf der Kompostierungsanlage der Organisation COMPED zu Kompost verarbeitet.

Der Kompost wird an Obst- und Gemüsebauern, Reisbauern, Baumschulen, Hotels und Gartenrestaurants verkauft. Auch die deutsche Botschaft und der Vice-Gouverneur von Phnom Penh gehören zu den Kunden. Aufgrund einer Verkaufsbeteiligung sind die Angestellten der Anlage motiviert, möglichst viel Kompost zu erzeugen und zu verkaufen.

Die Kompostierungsanlage, Aussenansicht
Hohe Preise

Dennoch bedauern wir, dass die Preise sehr hoch sind. Dies folgt aus einem schlechten und billigen Gebührensystem für Abfälle in Phnom Penh. Die Tonne Abfall kostet so nur 0,15 € – 0,30 €. Mit dieser Einnahme kann man die Produktionskosten nicht decken. Somit müssen mit dem Verkauf die Kosten für die Herstellung von Kompost abgedeckt werden. Der Kompost kostet somit ca. 45,-$/t.

Für Bauern sind diese meistens nicht bezahlbar. COMPED stundet daher sehr oft die Rechnung und erhält das Geld nach der Ernte zurück. Um den Preis in Zukunft deutlich verringern zu können, wurde im Frühjahr 2004 die Anlage von 750qm auf 2.400qm Arbeitsfläche erweitert sowie neuere Technik bereitgestellt. Ziel ist es, bei gleichem Arbeitskräfteeinsatz eine höhere Produktion und somit geringere spezifische Kosten pro Tonne zu realisieren.

Abschluss und Erfolge des Projektes

Nach fünfjähriger Entwicklungshilfe durch den Freistaat Thüringen, wurde die Anlage 2005 an die kambodschanische Organisation COMPED übergeben. Der Freistaat unterstützt aber weiterhin die Entwicklungspolitik des kambodschanischen Umweltministeriums und die Entwicklungsarbeit der Organisation COMPED. Es wurden verstärkt Strukturen geschaffen, die es ermöglich sollen, die Kompostanlage marktwirtschaftlich zu betreiben.


Übergabe der Kompostierungsanlage an COMPED
Dadurch konnten weiterhin die positiven Effekte in der Abfallwirtschaft (Umwandlung von Marktfällen in Kompost) und in der Landwirtschaft (Steigerung des Ertrags) sowie auf dem Arbeitsmarkt ausgebaut werden.

Mittlerweile hat die Kompostierungsanlage eine Größe von 2.400qm. Im Jahr 2005 wurden insgesamt ca. 1.200t Abfälle zu 190t Kompost verarbeitet. Der Herstellung von Kompost und dem damit verbundenen Einsatz als Naturdünger steht ein ständig wachsender Markt gegenüber, weshalb die Kapazität der Anlage noch weit hinter dem „Notwendigen“ zurückliegt. Dieses kleine als Pilotanlage gestartete Kompostierungsprojekt ist mittlerweile selbst über die Landesgrenzen hinaus sehr bekannt. Seit Januar 2005hat die nationale Organisation COMPED als Eigentümer der Anlage den Betrieb eigenständig mit großen Erfolgen weitergeführt.

Dokumente zum Herunterladen

Errichtung einer Pilotanlage zur Kompostierung in Phnom Penh, 2001 als PDF - Datei (ca. 1,1 MB)
Anpassungsbedarf des Transfers deutscher Technologien zur Vergärung und Kompostierung von Bio - Abfällen an die Rahmenbedingungen in Kamboscha, 2002 als PDF - Datei (ca. 3,5 MB)

Bericht von Nadine Ostermann
Einfluss unterschiedlicher Kompostgaben auf den Ertrag von Brassica campestris ssp. Chinensis, 2003 als PDF - Datei (ca. 100 KB)

Bericht von Nadine Ostermann
Vermarktung, Einsatzmöglichkeiten sowie Anwendung des erzeugten Kompostes, 2003 als PDF - Datei (ca. 4,1 MB)

Abschlussbericht Kompilot 2004 als PDF - Datei (ca. 200 KB)
Broschüre zur Kompostanwendung als PDF - Datei (ca. 3 MB)
Kompostanalyse 2004 als PDF - Datei (ca. 250 KB)

Abschlussbericht Kompostierungsanlage 2005/2006 als PDF (ca. 180 KB)

Presseberichte zu diesem Thema sind hier verfügbar.
 
 

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