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HIV - Existenzgründerprojekt ![]()
Am 01. Dezember 2009, dem Welt-AIDS Tag, hatte die TKG-Spendensammelaktion mit der Setzung eines Gedenksteins für die an AIDS verstorbene Kambodschanerin Mae Akak in Weimar ihren Höhepunkt erreicht. Ende Februar 2010 konnten mithilfe des erzielten Betrages von 5000 Euro dreißig von HIV betroffene Menschen an einem Existenzgründungsprojekt teilnehmen. Ziel war es, sie zu Geflügelzüchtern auszubilden und mit der notwendigen Grundausstattung in Form von Hühnern, Hähnen, Ställen und Futter zu versorgen. Dadurch sollte ihnen eine zukünftige Einkommensquelle erschlossen werden. Hilfe zur Selbsthilfe im Sinne der TKG! ![]()
Aus den HIV-Selbsthilfegruppen dieser kambodschanischen Nichtregierungsorganisation waren die Teilnehmer, mehrheitlich Frauen, ausgewählt worden. Das Treffen fand im Gesundheitszentrum von Sa Ang statt, etwa dreißig Kilometer von Phnom Penh entfernt. Zu Beginn fasste Dr. Kolnary den Ablauf des Projektes zusammen und berichtete, dass 80% der Teilnehmer eine erfolgreiche, Ertrag einbringende Hühnerzucht aufbauen konnten. Danach erhielten die Betroffenen selbst die Möglichkeit, etwas über ihre Erfolge bzw. Misserfolge mitzuteilen. Einige Frauen berichteten, dass sie bereits bis zu 100 Dollar durch den Verkauf der Hühner erzielen konnten, andere teilten mit, dass sie schon zu einem frühen Zeitpunkt Rückschläge hinnehmen mussten. So hatte eine der Frauen sehr viele Hühner verkaufen müssen, um ihren Mann nach einem schweren Unfall medizinisch versorgen lassen zu können. Einer der Teilnehmer, Pen Roth Tina, beeindruckte uns ganz besonders durch seine Begeisterung für das Thema Hühnerzucht, sowie seine vertieften Sachkenntnisse. Detailliert beschrieb er z.B., an welchen Krankheiten das Geflügel leiden kann und wie man es mit traditionellen Mitteln und Kräutern aus dem eigenen Garten davon heilt. Auf Wunsch von Dr. Kolnary hatte ich Gelegenheit, etwas darüber zu erzählen, was ich bisher in Kambodscha gemacht hatte und was mich motiviert hat, das Projekt zu initiieren. Dabei bewegte mich besonders, dass ich nicht nur nahezu alle Spender persönlich kenne, sondern auch diejenigen, an die die Hilfe gegangen ist. Dies sind Umstände, die ich als besonderes Privileg betrachte. Mir war es auch wichtig zu betonen, dass die Dankbarkeit nicht nur auf der Seite derjenigen bleibt, die die Hilfe erhalten. Vielmehr sind auch die Spender und ich dankbar dafür, dass sie helfen und sich dabei auf die hervorragende Organisation durch COMPED und CHEC verlassen konnten. Mit einem kleinen Snack, guten Wünschen für die Zukunft und einem Gruppenfoto endete das Abschlusstreffen der Projektgruppe. ![]()
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Nachdem ihr Mann an AIDS ![]()
Das Abschlusstreffen sowie die Besuche bei den Familien hinterließen bei mir ein Gefühl der Freude über die abgeschlossenen Aktivitäten und Zuversicht, dass die Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig positive Auswirkung auf die Einkommenssituation der Beteiligten hat. ![]()
Was mich am Ende besonders freut ist, dass die Hilfsaktion über ihren Abschluss hinaus wirksam sein wird: Pen Roth Tina, der so nachdrücklich durch seine Kenntnisse der Hühnerzucht auffiel, wird sein Wissen in den kommenden Monaten aktiv im Blindenheim der TKG, dem COMPEDhome, einbringen. Mit seiner Hilfe soll dort eine Hühnerzucht aufgebaut werden, einerseits um die Blinden und Sehbehinderten darin zu trainieren und andererseits um zusätzliches Einkommen für das Heim zu erzielen. Darüber hinaus sollen die Erfahrungen und Erkenntnisse des Aufbauprozesses dokumentiert und anschließend in Blindenschrift verfasst werden, um anderen Blinden eine Anleitung zum Züchten von Hühnern zugänglich zu machen. Von der Idee zur Setzung eines Gedenksteines für Mae Akak über das Existenzgründungsprojekt und darüber hinaus ist einige Zeit verstrichen, fruchtbare Zeit. ![]()
Vor allen Dingen gilt mein Dank jedoch allen Spenderinnen und Spendern, die durch ihre Solidarität einen wesentlichen Unterschied im Leben einiger von HIV betroffenen Menschen bewirkt haben. Im Namen der Thüringischen-Kambodschanischen Gesellschaft e.V. und der dreißig Teilnehmer des Projektes, Andrea Lindner |
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