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Aktuelle News

23.09.10 18:00 - Kinoclub Hirschlachufer

Erster Bericht vom neuen Zivi Max!

Kambodschanischer Abend

Pauls letzter Monatsbericht

Nachruf: Benno Lemke

Weiterführung der Zusammenarbeit mit CHEC am Aidsprojekt

Patenkinderausflug nach Sihanoukville (PDF)

TKG Infoblatt: Mai 2010 (PDF)

Monatsberichte unseres Kambodscha-Zivis Paul

10 Jahre - 10 Aktionen

Projekt „Chicken Raising Course“

Reisübergabe an die Familie des Patenkindes Yem Srey Lek

Bericht von unserem Kambodscha-Zivi Paul Vieweg

Sponsoren und Mitglieder der TKG zu Besuch im „Sozialen Abfallzentrum“ SAB in Battambang

Schulprojekt mit Kambodscha-Zivi (PDF)

Ausstellung im Schleizer Landratsamt

Steinsetzung zum Aidstag (PDF)

Hochwertiger Foto-Kalender (PDF)

AIDS–Hilfe zur Selbsthilfe–Projekt (PDF)

Kambodschanischer Abend am 19. September 2009

Erste Eindrücke!

Hilfsprojekt für blinde und benachteiligte Kinder in Siem Reap/Kambodscha (PDF)

Kambodscha statt Zivildienst (PDF)

Fabians Müllgeschichten (PDF)

Neuer Radlader für unsere Partner-NGO COMPED

Zweite Mathematikolympiade in Battambang

Projekt Soziales Abfallzentrum Battambang (SAB) gestartet

1.958,68 Euro für zehn "Solar-Lernkoffer"

Erfahrungen eines Zivildienstes in Kambodscha

Hilfstransport in Kambodscha eingetroffen

Dritter Hilfs-Container auf dem Seeweg

Hilfstransport nach Kambodscha

Reise der Patenkinder zu den Tempeln von Angkor

Kambodschanischer Abend 2008

Soziales Abfallzentrum Battambang (PDF)

Medaillenverleihung an TKG-Vereinsvorsitzenden Mathias Geßner

Thüringer leistet Zivildienst in Kambodscha

Neuerscheinung - Medien und Demokratisierung in Kambodscha

Besuch beim Patenkind (PDF)

15 Erfurter Studierende zur Exkursion in Kambodscha

Wieder kam ein Container an

Kambodschanischer Botschafter besucht Erfurter Verwertungsanlagen

Wie funktionieren Patenschaften? (PDF)

Neue COMPED-Praktikantin (PDF)

Matthias und Sophea gehen für zwei Jahre nach Kambodscha

Unser Vereinsmitglied Sandra Ziegengeist organisierte Kinderfest

Unser Hilfscontainer trifft im Februar im Hafen von Sihanoukville in Kambodscha ein.

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  Impressum
 

 



Pauls letzter Monatsbericht

Unser Zivi Paul berichtet in seinem letzten Bericht über den Patenkinderausflug, eine Umweltausstellung in Phnom Penh und die zeremonielle Zerstörung von Glücksspielautomaten auf der Deponie in Battambang. Besonders lesenswert ist auch sein Bericht über das Leben in der Stadt Phnom Penh. An dieser Stelle möchten wir Paul für die vielen schönen Texte und seinen Einsatz in Kambodscha im letzten Jahr danken und ihm alles Gute für die Zukunft wünschen.

Liebe TKG,

In diesem, meinem letzten Monat war der Höhepunkt eindeutig der Ausflug mit den Patenkindern nach Sihanoukville. Siebzig Kinder und die gesamte COMPED Mannschaft nebst Betreuern machten sich für drei Tage auf an die Küste von Kambodscha. Einige der Kinder waren nur einmal in Sihanoukville, ein viel größerer Teil war sogar noch nie am Meer. Die Stadt an der Küste ist unter den Kambodschanern sehr beliebt und nach Angkor Wat das bedeutendste Reiseziel des Landes. Alle Patenkinder erhalten Unterstützung für die Schulausbildung. Bildung bedeutet aber nicht nur einen Platz in der Schule zu haben und Fakten aufzusaugen sondern auch den Geist zu trainieren, andere Dinge zu sehen, eigene Geschichte zu kennen. Aus diesem Grund wird alle zwei Jahre ein Ausflug mit den Kindern an bedeutende Plätze Kambodschas gemacht. Natürlich kam der Spaß nicht zu kurz, die Kinder genossen sichtlich die Zeit am Stand.

Patenkinderausflug nach Sihanoukville
Wann immer möglich wurden ein paar Lehreinheiten zum Thema Umweltschutz mit eingebaut. Die Kinder waren viel offener und aktiver als man sie in Gegenwart ihrer Eltern erleben konnte. Ein Erfolg auf ganzer Linie.

Zum Ende des Besuches von Carmen und Kerstin, die extra des Ausfluges wegen angereist waren, gab es noch ein Abschlussfest mit allen Patenkindern in Kah Krabay, einem Vorort von Phnom Penh.

Diesen Monat hatte COMPED außerdem eine gute Gelegenheit den zweiten Schwerpunkt der Entwicklungshilfsarbeit der NGO zu präsentieren, die Müllverwertung und Kompostproduktion. Auf der ersten Umweltausstellung Kambodschas überhaupt präsentierten sich im Zentrum von Phnom Penh viele Organisationen und Vereinigungen und stellten ihre Arbeit zum Thema Klimawandel, Ressourcennutzung, Energiegewinnung und Müllverwertung vor. COMPED war dabei mit einem Stand über die Kompostierung und zur Kompostierungsanlage in Phnom Penh präsent.

Sam Ath und Moni vor den Stand von COMPED
zur Umweltausstellung in Phnom Penh
Außerdem konnten einige Säcke Kompost verkauft werden. Auch beim SAB Projekt war diesen Monat viel los. Die Stadt Battambang nutzte das Sozialzentrum zu einer Versammlung anlässlich der Zerstörung zahlreicher Geldspielautomaten. Das Glücksspiel ist in dieser Form verboten, wurde aber jahrelang geduldet. Jetzt wo die Spielstätten die Jugendlichen als Zielgruppe entdeckt und diese immer häufiger vom Schulunterricht abhielten, wurde alle Automaten eingesammelt und öffentlichkeitswirksam auf der Mülldeponie zerstört. Damit sie an dieser „Zeremonie“ teilnehmen können wurde den Schulklassen aus der Umgebung extra freigegeben. Neben zahlreichen Polizeifunktionären waren außerdem lokale Politiker, der Gouverneur der Stadt Battambang sowie der Provinzgouverneur anwesend. Nachdem alle ihre Reden gehalten hatten ging es an die Zerstörung, nach 15 weiteren Minuten war das Gelände wie leergefegt.

Zur gleichen Zeit war auch ein Fernsehteam in Battambang das Phalla zum SAB interviewte. Das Interview mit dazugehöriger Reportage wurde ausgestrahlt, mittlerweile interessieren sich auch andere größere Fernsehsender für das Projekt und haben für ein Interview angefragt.

Auch das zweite und dritte TOT Training ist in Planung. Viseth und Kim sind jetzt besonders vor Beginn der Regenzeit damit beschäftigt die Trainings für die Bauern und die Müllsammler so weit wie möglich fertigzustellen da die restlichen Trainings in der Regenzeit wesentlich schwieriger abzuhalten sind. In diesem Bereich ging es besonders in den letzten Monaten zügig voran.

Auch in der Projektzusammenarbeit mit CHEC gibt es diesen Monat Neues zu berichten. Ich konnte an der Zwischenkonferenz der Bauern teilnehmen.

Die Teilnehmer des CHEC Trainingskurses und
links Fr. Kasem Kolnary, Direktorin von CHEC
Die Teilnehmer hatten die Investitionssumme bereits in vollem Umfang erhalten und waren nun mit dem Aufbau der Hühnerfarmen beschäftigt. Die bereitgestellte Geldmenge war allerdings nicht annähernd ausreichend, Impfungen für die Hühner und Material zum Bau der Ställe war teurer als erwartet. Erfreulicherweise investierten alle Teilnehmer für sie nicht unbeträchtliche Summen um das Projekt voranzutreiben und wollen sich jetzt zur Stärkung auch in einer Kooperative zusammenschließen. Diese Eigeninitiative fand ich beeindruckend, ist es doch das was so viele NGOs hier bewirken wollen.

Da dies mein letzter Monatsbericht ist möchte ich nochmal eine kleine Impression von Phnom Penh geben, der Stadt in der ich ein Jahr lang gelebt habe und die mich so beeindruckt, verstört aber auch gefangen hat. Ruhe gibt es nie auf den Straßen, ich war diesen Monat einige Male vor Sonnenaufgang auf und konnte zusehen wie die Stadt munterer wird um in einen neuen Tag startet. An manchen Ort steht das Leben nie still, am Gemüsemarkt neben dem ich wohne fahren vierundzwanzig Stunden am Tag LKW vor, Gruppen von jungen Männern laden die Güter ab, noch lange bevor die ersten ihrer Kunden die Betten verlassen. Gelichzeitig beginnt sich die Flusspromenade am anderen Ende der Stadt zu füllen. Die Betrunkenen und Obdachlosen die hier die Nacht verbracht haben machen Platz für all die Sportbegeisterten die pünktlich zum Sonnenaufgang ihre Morgengymnastik beginnen. Wenn die Sonne aufgeht tauchen die ersten Strahlen die langen, schnurgeraden Boulevards in orangenes Licht. Jetzt ist die schönste Zeit um auf den Straßen unterwegs zu sein, nicht zu kalt von der Nacht und nicht zu heißt von der rasch aufgehenden Sonne. Nach ein paar Minuten ist das Schauspiel vorbei, die Sonne steigt schnell und lock die letzten Schläfer aus den Betten. Die Müllsammler die schon vor Sonnenaufgang ihre Arbeit begonnen haben ziehen in Scharen durch die Straßen um noch vor der städtischen Müllentsorgung die besten Wertstoffe aus den allgegenwärtigen Müllbergen zu suchen. All die billigen Dienstleister und Arbeiter die ohne Unterkunft leben und auf Bürgersteigen und in Seitenstraßen schlafen beginnen ihr Tagwerk. Wenn die Sonne aufgeht sieht man ihre Armut weniger, meint, sie würden schon irgendwo unterkommen. Die letzten Partygäste werden aus den Clubs der Stadt geworfen und können – mit viel Glück – dem Taxifahrer noch den Weg nach Hause weisen. Der zunehmende Strom von Büroarbeitern auf Mopeds und in Autos verstopft die Straßen und Kreuzungen. Mittlerweile ist es heiß in der Sonne, dreckig von den Abgasen und lärmend von all den Menschen. An jeder Straßenecke wehen einem neue Gerüche entgegen, je nachdem ob man sich neben einem Kanalisationsschacht oder einem der zahlreichen Straßenläden befindet. Auch die Restaurants füllen sich, wie eine Welle, nach einer Stunde ist alles vorbei, die Tische wie leergefegt und die Straßen ohne Staus. Um die Mittagszeit wiederholt sich das Spiel, dann fahren alle nach Hause um dort Mittag zu Essen. Weiße Weltveränderer schlürfen Kaffee in den neuesten Restaurants der Stadt. Die Hitze ist mittlerweile unerträglich geworden, nur wer es sich nicht leisten kann, macht keinen Mittagsschlaf. Dass gilt auch für die Bauarbeiter, die an allen Ecken und Enden der Stadt für Höhen- und Flächenwachstum sorgen. Stahlskelette und Betonburgen wechseln sich mit frisch gestrichenen Fassaden ab. Phnom Penh ist der Inbegriff von Wachstum, Veränderung und Identitätssuche nach der Zeit der Roten Khmer, die alles tradierte verschwinden ließen, Hoffnung für Reiche und Arme, Symbol für das neue Kambodscha und gleichzeitig Experimentierstube für die Zukunft des Landes das noch keine klare Richtung für sich entdeckt hat. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.
 
 

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