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Hilfstransport in Kambodscha eingetroffen Die Thüringisch-Kambodschanische Gesellschaft e.V. (TKG) hat Ende Dezember 2008 erneut einen Container mit medizinischen Hilfsgütern und Schulmaterialien zu den Kindern nach Kambodscha auf die Reise geschickt. Matthias Wagner berichtet von der Ankunft des TKG-Containers mit Krankenhausbetten und anderen medizinischen Geräten. ![]() Den Transport und Pack-Helfern aller drei Sendungen sei ebenfalls gedankt. Meinem ehemaligen Kommilitonen der Uni-Erfurt (ESPP) aus Deutschland und Pakistan, Thomas Weigel, Martin Ritter nebst seinem Papa und Kollegen, Siegfried Kühne, einem Glöckner und Gemeindearbeiter von Possendorf sowie meiner Frau und ihrer Schwester. Man sehe mir bitte die nicht namentlich genannten Helfer nach. Bei beiden vorangegangenen Sendungen ging die Verladung bis weit nach Mitternacht, bei Minustemperaturen im November. Damals wurden auch von etlichen anderen Spendern und Organisationen Geräte nach Kambodscha mitgenommen. Es waren insgesamt vier Container. Dieses Mal konnte der damit fünfte Container direkt in Jena beladen werden, ein Zwischentransport nach Erfurt war nicht erforderlich. Gesammelt haben auch verschiedene Thüringer, so u.a. die Thüringer Optikerinnung, voran Herr Vothknecht von der Langen Brücke in Erfurt. Bei der diesjährigen Sendung machte Siegfried Kühne mit den umfangreichen Papieren für Zoll und Finanzierung beste Arbeit. Die Finanzierung der Transporte erfolgte zu 25 Prozent durch Mitgliedsbeiträge der TKG sowie viele meiner Freunde in Deutschland bei den vorangegangenen beiden Sendungen. Den jeweils wesentlichen Anteil der Transportkosten (75 Prozent) finanzierte die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn im Rahmen ihrer Projektlinie “Zuschüsse zu den Kosten für Transporte von Sachspenden in Partnerländer der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit” des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). ![]() Kampong Thom ist im Zentrum Kambodschas gelegen, eine der ärmsten Provinzen des Landes – Schwerpunkt der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitssektor. Die Provinzhauptstadt wurde lange Zeit umkämpft – bis 1998. Es ist ein strategischer Ort zwischen Seam Reap und Phnom Penh, u.a. Geburtsstätte Pol Pots. Die Situation im Provinzkrankenhaus ist erschreckend. Meine Entscheidung, dieses Krankenhaus zu unterstützen, basiert auf Besuchen dort über Jahre. Angefügt sind im Download Bilder der Intensivstation. Frauen und Männer teilen sich ein kleines stickiges Zimmer. Der Mann hatte einen Verkehrsunfall, äußerlich ohne Verletzungen, innerlich scheint die Lunge halb voll Wasser. Seine Atmung hängt an einer verrosteten Sauerstoffflasche. Die Diagnose der Frau ist unklar. Beide konnten seit Tagen nichts essen. Beiden wurde der hier übliche Glukose-Tropf verschrieben, das war – neben dem Sauerstoff – die einzige Versorgung. Es gab kein Fensterglas, keinen Ventilator. Das Zimmer bedurfte dringender Grundreinigung – einschließlich Gemeinschafts-WC – und Neuanstrich. Eine Dusche war nicht auszumachen. Das Fenstergitter schien nutzloser als die nicht schließende Tür. Der Arzt erscheint täglich. Dafür muss jeder Patient täglich 5 USD zahlen, zur Aufnahme einmalig 10 USD. Meine Frage, was passiert, wenn die 5 USD nicht mehr bezahlt werden können, wurde mit dem hier überwältigenden milden Lächeln in solchen Fällen beantwortet: „...ja, dann kümmert sich der Arzt nicht mehr um uns”. Die Verwandtschaft übernimmt die komplette Pflege, einschließlich der Verpflegung. Die Anwesenden sahen völlig hilflos und nicht wohlhabend aus. Wohlhabende gehen in Phnom Penh in Privatkliniken mit annähernd westlichem Standard. Was kann man als Westler tun, wird man mit solcher Situation konfrontiert? Soll man 10 USD geben, 20 USD? 100 USD? Oder gar nichts? Man kann einfach rechnen: z.B. 20 USD bedeuten 4 Tage Arztvisite und Hoffnung. Ich habe es bis heute nicht gewagt, mich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Kambodscha verfügte 1975 bei rd. 8 Mio. Einwohnern über ca. 900 Ärzte. Übrig waren nach den Roten Khmer weniger als 10% davon. Das Gesundheitssystem bessert sich Dank internationaler Hilfe und Landespolitik langsam. Ärzte, die sich privat niederlassen können, verdienen ein Vielfaches ihrer angestellten Kollegen mit Monatsgehältern um 250 USD. ![]() Angesichts eigener Wendeerfahrungen fragt man sich, was in diesen Menschen vorgehen mag, wenn sie per Knopfdruck elektro-hydraulisch verstellbare OP-Betten aus einem 40-Fuß-Container rollen sehen (über Kuh-Gras-Landschaft in einen Flachbau-Krankenhauskomplex, nach westlicher Gewohnheit äußerlich kaum als solcher erkennbar). ![]() Was ist von hier aus nach Erfurt zu empfehlen? Die Infrastruktur, Gebäude u.a. sind entschieden besser entwickelt als vor 10 Jahren. Was fehlt, sind Inhalte. Bei Schulen sind es die ausgebildeten Pädagogen sowie didaktische Lehrmittel. Im Gesundheitswesen sind es die Mediziner sowie die entsprechende Ausrüstung jeglicher Art. ![]() Mit Dank an die oben Erwähnten sowie mit besonderem Dank für die stets äußerst konstruktive, freundschaftliche und offene Atmosphäre und Kooperation über die Zeit seit Gründung der TKG Matthias Wagner aus Phnom Penh im März 2009 Lesen Sie hier den detaillierten Bericht mit allen Fotos. Bericht zur Container-Ankunft |
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