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TKG-Projekte auf dem Prüfstand, Teil III: Überdurchschnittlich
Da im vorletzten Artikel nur männliche Patenkinder Erwähnung fanden, sei an dieser Stelle ein Mädchen vorgestellt: Kim Chanry, die schon eine Klasse übersprungen hat und sich trotzdem noch unterfordert fühlt.
Kim Chanry wurde wegen ihrer besonderen Leistungen ausgesucht. Und da man ein solches Mädchen nicht an jeder Straßenecke findet, muss man ein bisschen fahren, um zu ihr und ihrer Familie zu kommen. Wir fuhren insgesamt fast 2 Stunden von Phnom Penh Richtung Kompong Chhnang Provinz - erst über eine gut geteerte National Road und später über eine Staubpiste voller Schlaglöcher, tief wie kleine Teiche. | Kim Chanry beim Interview |
Von dem Mädchen kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sie eins unserer schlausten Patenkinder ist. Im letzten Jahr entschied der Direktor der Grundschule, auf der sie damals gerade die 5. Klasse beendete, dass sie schon in die Sekundärschule und damit 7. Klasse versetzt werden könne. Seitdem geht sie als 11-Jährige und damit jüngste Schülerin auf die Sekundärschule und hat trotzdem den Spitzenplatz der Klasse inne. Ihr gefällt es gut in der neuen Schule, nur sagt sie selber, es wäre ein bisschen zu leicht. Stolz zeigt sie uns ihre Hefte: Sie sind unglaublich sauber und ordentlich beschrieben.
In ihrer Freizeit teilt Chanry ihr Wissen und gibt den Nachbarskindern der 2. bis 5. Klasse Nachhilfsunterricht, kostenlos.
Und das, obwohl ihre Freizeit wie bei den meisten kambodschanischen Kindern sehr knapp bemessen ist: Nach der Schule hilft sie im Haushalt oder macht Schularbeiten. Denn die Familie Kim ist eine typische kambodschanische Familie, die sich mit allerhand kleinen Geschäften über Wasser hält, so dass es notwendig ist, dass die Kinder ihren Teil beitragen. Der Vater ist fleißig und geschäftstüchtig: Er betreibt eine kleine Moped-Werkstatt, verkauft Ersatzteile und hat ein Schweißgerät, falls solche Dienste im Dorf benötigt werden. Die Mutter arbeitet im Haus.
Problematisch dürfte es in drei Jahren werden, wenn Chanry die Sekundärschule abgeschlossen hat. Denn die Familie lebt 21 km entfernt von der nächsten Highschool, so dass Chanry nicht jeden Tag dorthin pendeln kann, sondern eine Unterkunft in der Nähe braucht. Aber de Vater ist fest entschlossen, bis dahin eine Möglichkeit zu finden – Eventuell über Verwandte oder einen Zusammenschluss der Nachbarskinder, die auch auf die Highschool gehen sollen. Denn alle sind sich bewusst, dass so einem schlauen Mädchen wie Chanry nicht auf Grund von 21 km die Chance genommen werden darf, die Schule mit dem Abitur abzuschließen.
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