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5. Monatsbericht von Nora über einen der schönsten Monate in Kambodscha Liebe TKG, unglaublich, aber 5 wunderbare Monate liegen jetzt schon hinter mir und ich werde jetzt schon traurig, wenn ich daran denke, mich in einem Monat von allen verabschieden zu müssen. Der vergangene Monat war einer der schönsten für mich. Im Comped Home habe ich viel Unterricht gegeben und wir alle waren sehr damit beschäftigt, alles für die kommende HIV Gruppe vorzubereiten. Die Zimmer wurden hergerichtet und die für das Hühnerfarmtraining benötigten Hühnerhäuser und Zäune fertig gestellt. Das ganze Haus musste noch einmal ordentlich aufgeräumt und geputzt werden. Am Ende des Monats bekam ich dann Besuch aus Deutschland. Mein Bruder besuchte mich für 3 Wochen. Es war eine sehr schöne Zeit für mich und es war aufregend zu sehen, wie er mit der Kultur und den Armutsverhältnissen umgehen würde. Ich konnte mich gut daran erinnern, als für mich noch alles so neu und ungewohnt war, was mittlerweile alltäglich für mich geworden ist. Durch den Besuch wurde mir auch nochmals bewusst, dass Kambodscha im Gegensatz zu Deutschland eine komplett andere Welt ist. Ebenso musste ich das am eigenen Leibe spüren. Mein Immunsystem war sehr geschwächt und meinte Haut trocken und kreidebleich. Somit musste ich unbedingt zum Arzt. Diagnose: Würmer unter der Haut! Als ich die Medikamente bekam und wieder zurück in meine Gastfamilie ging und ihnen davon berichtete, war es nichts besonderes für sie, denn viele Kambodschaner haben Parasiten oder Würmer . Das gab mir etwas Mut. Der Arzt sagte, ich solle meine Haut kühl halten und möglichst nicht schwitzen. Das ist leider etwas schwierig für mich, im 3. Stock ohne Klimaanlage bei mittlerweile echten kambodschanischen Sommertemperaturen. Sokun hatte netterweise angeboten, dass mein Bruder mit bei mir im Zimmer wohnen darf. Somit verbrachten wir eine schöne und lange Zeit auf engem Raum. Natürlich stellte ich ihm COMPED vor und das Projekt COMPED HOME. Neben den Einblicken in meine Freiwilligenarbeit schauten wir uns sämtliche Museen und Pagoden an. Außerdem fuhren wir (leider nur für einen Tag) nach Siem Reap, um uns die Tempelanlagen von Angkor anzuschauen. Es war einfach atemberaubend, als wir zusammen vor dem größten Tempel der Welt, Angkor Wat standen. Nach 7 ganzen Stunden waren wir komplett durchgeschwitzt und unsere Beine wollten nicht mehr so wie wir. Also fielen wir nur noch ins Bett. Am nächsten Morgen ging es von Siem Reap nach Bangkok und von dort aus ans Meer. Die Tage am Strand konnte ich sehr genießen und endlich mal ein bischen abschalten, denn die letzten Wochen waren doch schon recht anstrengend für mich. Nach einer Woche fuhren wir wieder mit einer unorganisierten und abenteuerlichen Buscompany nach Phnom Penh zurück. Die Fahrten in Thailand selbst und in Kambodscha waren aufregend und haben uns viele Nerven gekostet. Man kann es einfach nicht beschreiben - man muss es erlebt haben! Die Rückfahrt war eine der schlimmsten, denn unser Bus von der thailändischen Grenze nach PP war schon voll - also wurden wir in einen typischen kambodschanischen alten, klapprigen Bus gesetzt, indem es erheblich mehr Leute als Sitzplätze gab, und zudem unzählige Säcke Reis und Gemüse den Mittelgang verstellten. Die Sitze waren eindeutig nicht für europäische Langbeine gemacht. Als dann auch noch der Kambodschaner vor uns seinen Sitz in die Liegeposition brachte, waren wir wie eingekeilt. Heilfroh kamen wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag in PP an. Am nächsten Morgen begrüßten wir den neuen Freiwilligen aus Deutschland. Lukas wird jetzt für etwas mehr als drei Monate im COMPED HOME arbeiten und wohnt ebenso bei Sokun im Haus. Wir hatten ein paar nette Abende zusammen mit Sokun, seinen Freunden und meinem Bruder. Es ist komisch für mich, wieder so viel deutsch zu sprechen. Manchmal besteht ein Satz von mir aus einem Mix von Deutsch, Englisch und Khmer. Verständigen kann ich mich mittlerweile ganz gut auf Khmer- ein paar Sätze kann ich schon. Die Sprache fasziniert mich immer wieder, denn ein Wort kann man oft für ganz unterschiedliche Situationen benutzen. So langsam wird mir bewusst, dass die Zeit in Kambodscha auch für mich leider zu Ende geht. Ich versuche nun jeden Tag zu genießen und mir einen letzten schönen Monat mit den neuen Freiwilligen zu machen. Viele Grüße, eure Nora |
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