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Brief von Kry, Saolorn und Sreymom Leben in COMPED Home Wir hatten immer davon geträumt, dass wir nach dem Abitur unsere Ausbildung fortsetzen könnten, aber aufgrund finanzieller Probleme hatten wir nie wirklich Hoffnung, einmal studieren zu können. Eva kennen zu lernen, war unser Glück: Durch ihren Englischunterricht in unserem Dorf wurden unsere Träume noch stärker und sie brachte Kim Heng von der Organisation COMPED und zwei deutsche Damen dazu, unsere Familien zu besuchen. Kurze Zeit später informierte COMPED uns, dass wir nach dem Gymnasium weiterstudieren dürfen. Diese Neuigkeiten waren absolut überraschend für uns. Zuerst glaubten wir unseren Augen und Ohren nicht, dass unsere Träume wirklich wahr werden sollten. Obwohl zwei von uns das Gymnasium nicht erfolgreich beenden konnten, durften wir glücklicherweise alle drei nach Phnom Penh kommen. Krang Serey ist eigentlich nicht weit von der Hauptstadt, Phnom Penh. Es ist etwa 75 km entfernt, aber bis September 2010 waren wir noch nie dort gewesen. Als wir zum ersten Mal nach Phnom Penh kamen, waren wir sehr überrascht über die Unterschiede zwischen dem Leben auf dem Lande und in der Großstadt. Wir fragten uns, warum unser Reiseziel COMPED Home war. Am 2. September 2010 kamen wir in Phnom Penh an, und unsere Sozialarbeiterin, Ms. Chivi, teilte uns auf verschiedene Schlafzimmer mit anderen Bewohnern zu. Es war das erste Mal für uns, dass wir eigene Betten hatten. In unserem Heimatdorf teilten wir uns immer das Bett mit unseren Brüdern und Schwestern. Ms. Chivi half uns von Beginn an. In COMPED Home sind wir nicht allein, es leben dort außerdem sieben Blinde. COMPED Home ist auch ein Ort für benachteiligte Menschen, die dort Unterstützung und Hilfe bekommen. Weil sie blind sind, benötigen sie die Hilfe von sehenden Menschen dringend. Es ist somit sehr wichtig für die Blinden, dass wir uns mit ihnen Zimmer teilen: So ist immer jemand in der Nähe, wenn sie Hilfe brauchen. Ich selbst lebe mit Mr. Tina, einem körperlich Behinderten, der Trainer für Hühneraufzucht ist. Ich assistiere ihm, indem ich für ihn am Computer Berichte über das Hühneraufzuchtprojekt tippe. Mein Freund Saolorn wohnt mit Mr Hab zusammen, einem Blinden. Er hilft Hab sowohl mit den Hausaufgaben, als auch mit der Hausarbeit. Sreymom lebt mit der blinden Srey Nich zusammen, so kann sie Srey Nich manchmal abends unterrichten. Durch das Leben in COMPED Home haben wir viele Möglichkeiten, um etwas Neues zu lernen. COMPED hat ein Training für die Blinden organisiert und bereitete für sie drei Landwirtschaftsprojekte auf: Fischzucht, Hühnerzucht und Gemüseanbau. Darüber hinaus helfen wir bei vielen Aktivitäten im COMPED Home, wie zum Beispiel dem Zubereiten von Tierfutter, dem Fütter der Hühner, dem Ausmisten des Hühnerstalls und täglichen Haushaltspflichten. Zu jeder Jahreszeit bauen wir verschiedene Gemüsesorten an. Sonntags, wenn wir keinen Unterricht haben, haben wir die Gelegenheit, selbst zu kochen und bereiten auch gerne mit den Blinden zusammen Mahlzeiten zu. Es macht uns viel Spaß, diese Arbeiten zusammen mit den Blinden zu verrichten. In COMPED Home haben wir gelernt, wie man die Bodenqualität verbessert, indem man Kompost hinzufügt, wie man jede Woche verschiedenes Essen kocht und wie man Hühner auf die effektivste Weise aufzieht. Die Blinden sind sehr an der Arbeit mit Computern interessiert. Mit dem was wir wissen, helfen wir ihnen auch manchmal dabei. Durch die Unterstützung von COMPED habe ich mein erstes Studienjahr im Fach Kulturökonomie und Ländliche Entwicklung nun beinahe beendet. Die Königliche Landwirtschaftsuniversität, Chamkar Dong, ist zum Glück nicht weit von COMPED Home entfernt. Man fährt mit dem Rad nur 15 Minuten bis dort. Meine Freunde Saolorn und Sreymom studieren „Landwirtschaftliche Kommunikation und Erweiterung“ an der gleichen Universität. Sie lernen nur am Wochenende an der Universität, denn unter der Woche gehen sie zur 12. Klasse im Gymnasium. Ihre Abschlussprüfung (Abitur) werden sie am 25. Juli schreiben. Auch wenn wir weit weg sind von vielen Freunden und unseren Familien, sind wir glücklich, in COMPED Home zu leben. Alle Bewohner von COMPED Home sind sehr freundlich. In unserer Freizeit spielen wir oft zusammen mit den Blinden Spiele wie „Mensch Ärgere dich nicht“ und Fußball oder singen Lieder und spielen Gitarre. Darüber hinaus genießen wir 24-stündige Betreuung durch COMPED-Mitarbeiter. Jeden Tag bekommen wir leckere Vollverpflegung: Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Frei heraus gesagt, ohne diese Unterstützung könnten wir ein Studium in Phnom Penh nicht bezahlen und es wäre uns unmöglich, uns eine Bleibe außerhalb unserer Familie zu leisten. Unsere Familien können als unseren Beitrag bloß ab und zu Reis an COMPED Home schicken. Dass wir all diese Möglichkeiten und Chancen haben, ist ganz allein der Unterstützung von COMPED und den vielen Spendern aus Deutschland zu verdanken. Wir möchten Ihnen/euch, all den Spendern, danken, und wünschen allen Gesundheit und Erfolg. Beste Grüße von Kry, Saolorn und Sreymom |
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