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Neues Projekt COMPED - Aufbau Hühnerzucht

... mit dem Chickenfarmer Pen Roth Tina

Für den 12.01.2011 bekommen Than Sokun und ich den Auftrag Pen Roth Tina aus der Provinz Takhmau abzuholen. Tina ist einer der erfolgreichsten Hühnerzüchter aus dem abgeschlossenen Existenzgründungsprojekt für Menschen mit HIV (s. Projekte der TGK). Wir fahren rund eine Stunde Richtung Süden aus Phnom Penh raus. Nach mehreren Handytelefonaten und Nachfragen bei Ortsansässigen, fahren wir über holprige Straßen zu einem kleinen Dorf. Wir biegen auf einen Hof ein, den Rest Weg gehen wir zu Fuß. Tina kommt uns dann auch schon entgegen gerollt, er sitzt nämlich im Rollstuhl.

Schon seit Geburt ist er gehbehindert. Seit elf Jahren wohnt er mit seiner Frau Mo Chan Tno, seinem elfjährigen Sohn und mit seiner Schwiegermutter jetzt in diesem Dorf. Vorher hat er in Phnom Penh bei einer Nicht-Regierungs-Organisation, CDPO, Compodia Disabled People’s Organisation, gearbeitet. Dort war er unter anderem für die Finanzen zuständig. Aber, er unterrichtete auch Blinde in der Brailleschrift und organisierte Musikveranstaltungen für sie und mit ihnen. Da seine Frau und sein Sohn HIV-Virusträger sind, hatten sie die Gelegenheit an dem 2010 durchgeführten AIDS-Hilfe zur Selbsthilfe-Projekt teilzunehmen. Er selbe zum Gllueck gesund. Dabei wurden sie in Hühnerzucht unterrichtet, mit einem Starkapital zum Kauf von elf Hühnern. Die Familie Tina schloss das Projekt sehr erfolgreich ab. Sie haben während der Projektlaufzeit den Hühnerbestand merklich vergrößern und schon mehr als dreißig Hühner verkaufen können.

Auch jetzt laufen viele kleine und mittelgroße Kücken umher und natürlich bewacht ein stolzer Hahn seinen Nachwuchs samt den Hennen. Warum Tina so erfolgreich ist, wird im Gespräch schnell klar. Er verfügt über ein großes Wissen. Nicht nur über die modernen Behandlungsmethoden von Hühnern und Hühnerkrankheiten, sondern auch über die traditionellen, die über Generationen weiter gegeben wurden. So zeigt er uns in der Kürze unseres Aufenthaltes zwei Pflanzen, die zusammen mit bestimmten Gräsern gekocht bei internistischen Hühnerkrankheiten helfen.

Dann fahren wir los. Der Rollstuhl wird auf der Ladefläche festgebunden und wir fahren zurück nach Phnom Penh, zu COMPED-Home, wo Tina mit seinem Fachwissen helfen soll, eine kleine Hühnerzucht aufzubauen. Ziel ist, dass am Ende des Projektes, die Blinden fachkundig und in der Lage sind, selbstverantwortlich, trotz ihrer Sehbehinderung, zu Hause bei ihren Familien ebenso eine kleine Hühnerfarm aufzubauen. In einem ersten Schritt sollen alle bei COMPED-Home, also die Blinden, Tina und Chivi zusammen überlegen, wo und wie und in welcher Form der Hühnerhof angelegt werden soll. Wichtig ist, dass alle Detailschritte dokumentiert werden, sowohl in Khmer als auch in Braille, sodass am Ende eine Dokumentation zur Anleitung: „Wie baue ich eine Hühnerzucht auf“, in beiden Schriften vorliegt. Die Idee ist, dass sowohl die vorbereitenden Überlegungen als auch die Umsetzung in den jeweiligen Schritten festgehalten werden, damit am Ende durch den Vergleich Planung und Umsetzung eine realistische Anleitung entsteht. Der Anfang ist gemacht, es wird spannend sein, die Entwicklung zu beobachten. Hier mögliche Zukunftsbilder:



 
 

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